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im Wachstum unterstützen
Welpen und Junghunde
Was ist eine Wachstumsfuge?

Ein langer Röhrenknochen, wie z. B. der Unterarm, hat einen längeren mittleren Anteil und an jedem Ende eine Art Kuppe, die dann mit dem nächsten Knochen das dazwischen liegende Gelenk bildet. Zwischen diesen Abschnitten des Knochens liegt ein Bereich, in dem der Knochen in die Länge wächst. Solange ein Hund noch wächst, sind diese Fugen „offen“ und bestehen aus Knorpel, ist das Wachstum abgeschlossen, schließen sich diese Bereiche und verknöchern.

Haben erwachsene Hunde auch Wachstumsfugen?

Diese sind noch als Linien im Knochen zu sehen, jedoch sind sie komplett knöchern durchbaut. Sie sind nicht mehr elastisch und damit auch nicht mehr stossgefährdet.

Wo liegen die Wachstumsfugen?
An den Enden der langen Röhrenknochen
Kann man für ein langsames Wachsen etwas tun?
Ja, man sollte in jedem Fall die Fütterung überprüfen. Hier ist ein ausgewogenes Calcium/Phosphor Verhältnis wichtig und die Energiedichte im Futter darf nicht zu hoch sein d.h. die Welpen sollten nicht zu schnell an Gewicht zulegen. Hierfür gibt es Tabellen in denen Sie die empfohlene Gewichtszunahme abhängig von dem zu erwarteten Endgewicht abgelesen können.
Was tun, wenn der Welpe mal humpelt und mal nicht:
Sinnvoll ist, den Welpen einige Tage weniger zu bewegen und zu überlegen ob im Alltag Situationen auftreten in denen er sich bewegungsmässig übernimmt, z.B. Welpenspielstunden. Über einen Zeitraum von 14 Tagen sollte der Welpe auf das Auftreten von Lahmheiten kontrolliert werden. Besteht das Problem weiter, sollte der Welpe einem Tierarzt vorgestellt werden.

Manche Rassen und Hunde leiden mehr an einer genetischen Veranlagung zu Skelett-Erkrankungen, manche weniger.

Viele unserer Hunde leiden leider an einer genetischen Veranlagung zu Skeletterkrankungen. Ein Beispiel hier ist die Ellbogendysplasie oder die Hüftgelenksdysplasie (HD). Leider kann eine manuelle Behandlung diese genetisch bedingten Gelenksveränderungen nicht verhindern, jedoch zeigt sich bei unseren Patienten immer wieder, dass durch eine manuelle Behandlung die Schwere des Krankheitsbildes abgemildert werden kann. Nicht bei allen Patienten, aber doch recht häufig.

Fürs ganze Leben vorbeugen: Die Wachstumsphase beim jungen Hund

Hunde wachsen sehr schnell in sehr kurzer Zeit: Während ein Mensch von Geburt bis zum erwachsenen Körper ca 20 Jahre wächst, passiert dies bei unseren Hunden in der Regel in einem Jahr, bei großwüchsigen Hunden in etwa 1,5 Jahren. Treten bei jungen Hunden oder Welpen Bewegungsstörungen, wie zum Beispiel Humpeln oder steifes unrundes Laufen auf, gibt es also nur ein kurzes Zeitfenster in dem es möglich ist, mit manuellen Behandlungen oder kranken-gymnastischen Übungen einzugreifen und so gut wie möglich zu korrigieren.

Treten beim Welpen oder jungen Hunden Bewegungsstörungen auf, heißt es schnell zu reagieren.

Ein Welpe hat in seinem Skelett noch große Anteile an weichen knorpeligen Knochenanlagen. Diese sind elastisch und bedingt formbar - dies ist für die Geburt auch notwendig. Bis zum 7. bzw. 9. Lebensmonat wird jedoch in den meisten langen Knochen, wie z.B. dem Oberarm, der weiche Knorpel durch härteren Knochen ersetzt. Dies benötigt der junge Hund um sich lange und ausdauernd bewegen zu können. Die Umwandlung von Knorpel in Knochen wird auch durch die Höhe der Kraft und die Achse des Belastungsvektors bestimmt. Sind die Bewegungsabläufe symmetrisch und die Belastung nicht zu hoch, entsteht ein gesundes Skelett. Kommt es in den ersten Monaten jedoch zu Fehlbelastungen, z.B. weil sich beim Sturz aus der Welpenkiste das Becken verschoben hat und der Welpe dadurch schief, läuft kann sich das auf das weitere Wachstum auswirken. In diesem Fall ist eine osteopathische Behandlung sinnvoll um die Stellung des Beckens zu korrigieren.
Erste Anzeichen gleich erkennen:

Sollten Sie Dinge wie:

  • unrundes Gehen,
  • Lahmheit,
  • ein aufgezogener Rücken,
  • erhöhte Berührungsempfindlichkeit im Rücken,
  • ein schlechtes Heben des Kopfes

o.ä bei Ihrem Welpen oder Junghund wahrnehmen, dann macht es Sinn diesen Hund einem osteopathisch arbeitenden Tierarzt vorzustellen.

Fallbericht:
Vito, Bergamaskerwelpe, 9 Wochen
Vito wird vorgestellt da er am rechten Hinterbein nicht mehr gut auftreten kann. Am Tag davor war einer der größeren Hunde in der Familie aus Versehen mit dem Hinterbein auf den Welpen getreten. Bei der Untersuchung hat der Welpe Schmerzen am rechten Hinterbein. Es findet sich kein Hinweis auf einen Bruch oder ein ausgekugeltes Hüftgelenk. Wir haben den Welpen deshalb am Becken und rechten Hüftgelenk osteopathisch behandelt. Dies fand Vito zuerst ganz spannend, schlief dann aber noch während der Behandlung ein. Bereits am zweiten Tag nach der Behandlung informierte uns die Besitzerin, dass Vito wieder wesentlich besser läuft und nach ein paar Tagen gar keine Lahmheit mehr zu sehen war.
Welpen und Wachstumsfugen
Fallbericht:
Katze, Raza, 6 Monate

Raza wurde uns im Alter von 6 Monaten vorgestellt. Den Besitzern war schon länger ein unrundes Gehen bzw. ab und zu ein Einknicken des rechten Vorderbeines aufgefallen. Seit kurzem war dann vorne rechts eine Knickstellung des rechten Karpalgelenkes nach innen deutlich geworden. Er war in einer Tierklinik zu Untersuchung vorgestellt worden, die dort angefertigten Röntgenbilder zeigten ebenfalls die Fehlstellung, die Knochenstruktur war jedoch ohne Auffälligkeiten. Die Besitzerin hatte zusätzlich bereits eine Physiotherapeutin konsultiert, durch die Behandlung hatte sich bislang keine Verbesserung ergeben. Zum Zeitpunkt der Vorstellung in unserer Praxis zeigte Raza zusätzlich zur deutlichen Achsenabweichung auch eine Lahmheit am rechten Vorderbein. Es bestand das Risiko, dass sich mit dem weiteren Längenwachstum des Vorderbeines der Knick weiter verstärken würde und damit auch das darunter liegende Karpalgelenk Schaden nehmen könnte.
Raza bekam drei Osteopathiebehandlungen, wobei unterschiedliche Techniken eingesetzt wurden. Am wichtigsten war jedoch die direkte Behandlung der an der Felhstellung beteiigten Knochen sowie des Gelenkes. Die Besitzerin bekam Dehnübungen für Zuhause mit und Raza musste ein paar Wochen eine leichte Stützbandage tragen, welche er zum Glück gut akzeptierte.
Bereits nach der ersten Behandlung lahmte er nicht mehr und nach drei Behandlungen war die Achse des Beines deutlich gerader. Da die Längenwachstumsphase des Knochens allmählich abgeschlossen war, bekam er keine weiteren Behandlungen. Es ist nicht möglich die Fehlstellung komplett zu beheben, jedoch konnte sie erheblich abgemildert werden.

Fallbericht:
Arrono, Labrador Retriever, 12 Wochen

Bei Arrono fiel der Besitzerin im Alter 3 Monaten auf, dass das rechte Auge weniger weit geöffnet war wie das linke und dadurch kleiner erschien. Eine Entzündung lag nicht vor, weswegen er zur Osteopathie vorgestellt wurde. Tatsächlich waren bei ihm Verspannungen im Bereich des rechten Gesichtsschädels zu finden, vermutlich als Folge der Geburt bzw. Lagerung als Foetus im Mutterleib. Nach zwei Behandlungen während der Wachstumsphase im frühen Alter wurden die Augenöffnungen symmetrisch.

Arrono und das kleinere Auge