Fürs ganze Leben vorbeugen: Die Wachstumsphase beim jungen Hund

Hunde wachsen sehr schnell in sehr kurzer Zeit: Während ein Mensch von Geburt bis zum erwachsenen Körper ca 20 Jahre wächst, passiert dies bei unseren Hunden in der Regel in einem Jahr, bei großwüchsigen Hunden in etwa 1,5 Jahren. Treten bei jungen Hunden oder Welpen Bewegungsstörungen wie zum Beispiel Humpeln oder steifes unrundes Laufen auf, gibt es also nur ein kurzes Zeitfenster in dem es möglich ist mit manuellen Behandlungen oder kranken-gymnastischen Übungen einzugreifen und so gut wie möglich zu korrigieren.

Treten beim Welpen oder jungen Hunden Bewegungsstörungen auf, heißt es schnell zu reagieren.


Ein Welpe hat in seinem Skelett noch große Anteile an weichem knorpeligen Knochenanlagen. Diese sind elastisch und bedingt formbar - dies ist für die Geburt auch notwendig. Bis zum 7. bzw. 9. Lebensmonat wird jedoch in den meisten langen Knochen wie z.B. dem Oberarm der weiche Knorpel durch härteren Knochen ersetzt. Dies benötigt der junge Hund um sich lange und ausdauernd bewegen zu können. Die Umwandlung von Knorpel in Knochen wird auch durch die Höher der Kraft und die Achse des Belastungsvektors bestimmt.

Sind die Bewegungsabläufe symmetrisch und die Belastung nicht zu hoch, entsteht ein gesundes Skelett. Kommt es in den ersten Monaten jedoch zu Fehlbelastungen z.B. weil sich beim Sturz aus der Welpenkiste das Becken verschoben hat und der Welpe dadurch schief läuft kann sich das auf das weitere Wachstum auswirken. In diesem Fall ist eine osteopathische Behandlung sinnvoll um die Stellung des Beckens zu korrigieren.

Manche Rassen und Hunde leiden mehr an einer genetischen Veranlagung zu Skeletterkrankungen, manche weniger.


Viele unserer Hunde leiden leider an einer genetischen Veranlagung zu Skeletterkrankungen. Ein Beispiel hier ist die Ellbogendysplasie oder Hüftgelenksdysplasie (HD). Leider kann eine manuelle Behandlung diese genetisch bedingten Gelenksveränderungen nicht verhindern, jedoch zeigt sich bei unseren Patienten immer wieder dass durch eine manuelle Behandlung die Schwere des Krankheitsbildes abgemildert werden kann. Nicht bei allen Patienten aber doch recht häufig.

Erste Anzeichen gleich erkennen.


Sollten Sie Dinge wie:

  • unrundes Gehen,
  • Lahmheit,
  • ein aufgezogener Rücken,
  • erhöhte Berührungsempfindlichkeit im Rücken,
  • ein schlechtes Heben des Kopfes o.ä bei Ihrem Welpen oder Junghund wahrnehmen, dann macht es Sinn

diesen Hund einem osteopathisch arbeitenden Tierarzt vorzustellen.

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Fallbericht Vito, Bergamaskerwelpe, 9 Wochen

fallbericht Vito

Vito wird vorgestellt da er am rechten Hinterbein nicht mehr gut auftreten kann. Am Tag davor war einer der größeren Hunde in der Familie aus Versehen mit dem Hinterbein auf den Welpen getreten. Bei der Untersuchung hat der Welpe Schmerzen am rechten Hinterbein. Es findet sich kein Hinweis auf einen Bruch oder ein ausgekugeltes Hüftgelenk. Wir haben den Welpen deshalb am Becken und rechten Hüftgelenk osteopathisch behandelt.

Dies fand Vito zuerst ganz spannend, schlief dann aber noch während der Behandlung ein. Bereits am zweiten Tag nach der Behandlung informierte uns die Besitzerin, dass Vito wieder wesentlich besser läuft und nach ein paar Tagen gar keine Lahmheit mehr zu sehen war.